Wanderung bei Mondschein

Share it...

Ich hatte mir schon seit längerem vorgenommen eine Nachtwanderung bei Vollmond zu machen. Aber wie das immer so ist, fehlte mir entweder die Zeit oder das Wetter spielte nicht mit. Schließlich möchte man ja einen klaren Himmel mit einer tollen Sicht auf den Mond haben.

https://youtu.be/GzscDBLQNPQ

Am Abend des 31.07.2020 war es dann endlich soweit. Es war zwar noch nicht ganz Vollmond, aber der Himmel war klar und der Mond war sehr gut zu sehen. Also bereitete ich alles vor. Packte meine Ausrüstung zum filmen, Taschen- und Stirnlampen sowie ausreichend zu trinken ein. Meine Route stand schon seit längerem fest. Ich entschied mich für eine kleine Runde (ca. 7km) in meiner unmittelbaren Umgebung mit etwas Wald und freiem Feld, die ich sehr gut kenne.

Mein Plan sah vor, in der Dämmerung zu starten und in die Dunkelheit hinein zu wandern. Somit ging ich nach kurzem Check meiner Ausrüstung um 21:30 Uhr los. Als erstes ging es durch ein kurzes Waldstück in dem die letzten Sonnenstrahlen durch die Bäume schienen. Vom Mond war noch nichts zu sehen obwohl er eigentlich bereits hätte aufgegangen sein müssen. Der Mond war wohl noch hinter einem Hügel versteckt. Als ich ich dann nach kurzen Zeit aus dem Waldstück auf eine Wiese heraustrat, leuchtete er in seiner „fast“ ganzen Schönheit vor mir. Er stand in der Dämmerung in der Nähe von Windrädern am Himmel. Was für ein Anblick. Ich ging ein kleines Stück den Berg hinauf und könnte oben angekommen, den rötlich gefärbten Himmel und die untergehende Sonne beobachten. Einfach wunderschön dieses Farbenspiel. Als ich dann in das nächste Waldstück hineinging, war die Sonne schon untergegangen und die Dunkelheit hatte Einzug gehalten. Es wurde Zeit meine Stirnlampe einzuschalten um erkennen zu können wohin ich trat. Hin und wieder schien der Mond durch die dicht stehenden Bäume. Nach einer kurzen Zeit blickten oder besser gesagt starrten mich plötzlich grün leuchtende Augen an. Die ersten Rehe trauten sich aus ihren verstecken. Ich muss zugeben, im ersten Augenblick ist das schon etwas gruselig und sorgte für etwas Adrenalin. Zwischendurch machte ich immer mal wieder mein Licht aus, um die Eindrücke der Nacht besser aufnehmen zu können. Es war mucksmäuschenstill. Man hörte nur meine Schritte und das Gehächel meiner beiden Hunde. Die Welt ging in den Schlaf.

Bald kam ich dann auch schon wieder aus dem Wald raus und ging am Waldrand an einem Feld weiter. Inzwischen war es dunkel und man konnte den Mond am Himmel sehr schön sehen. In der Ferne konnte man die Lichter einer Ortschaft und ein paar Autos erkennen. Zum Mond kamen jetzt auch noch Sterne hinzu, die man am Himmel leuchten sah. Die Wanderung führte jetzt weiter entlang am Waldrand und über ein offenes Feld, bis wir schließlich wieder in den nächsten Waldabschnitt kamen. Auf dem Weg dorthin traf ich noch auf eine Kröte, die auf dem Weg hockte und sich nicht weiter stören ließ und ein Reh, welches vom Waldrand aus neugierig blickte. Hier war keine Lampe nötig, da der Mond ausreichend Licht spendete.

Mittlerweile war es schon kurz nach 23 Uhr und der „gruseligste“ Teil der Tour begann. Der Abschnitt durch den nächsten sehr dicht bewachsenen Wald über einen kleinen Pfad in Richtung Ausgangspunkt der Tour. Hier war es sehr dunkel, da der Mond jetzt hinter einem Hügel verschwunden war. Dieser Teil der Wanderung war der, mit den meisten Geräuschen der Natur. Man konnte den Schrei einer Eule, das flattern einiger Vögel sowie andere Geräusche wahrnehmen, die ich zuzuordnen wusste. Das war schon ein wenig gruselig und spannend. Kurz vor dem Ende dieser Passage konnte man doch noch ein Paar Mondstrahlen durch die Bäume erhaschen, die mir wie ein fluoreszierendes Licht aus eine anderen Welt vorkamen. Wie aus einem Science-Fiction-Film in dem sich Tor zu einer anderen Dimension öffnet. Nach kurzem laufen durch unseren Ort war ich dann auch schon wieder am Ziel der Runde.

Abschließend kann ich sagen, dass es echt ein tolles Erlebnis war. Sogar mein 16-jähriger Sohn (Wandermuffel) war begeistert und möchte beim nächsten Mal wieder mitkommen. Die Eindrücke, die man bei solch einer Tour sammelt sind wirklich toll. Und obwohl ich diese Wanderrunde schon zig-mal bei Tageslicht gegangen bin, kam sie mir wie eine völlig neue Route vor. Ich kann eine Tour von der Dämmerung in die Dunkelheit echt sehr empfehlen. Vor allem für Kinder ist das ein riesen Abenteuer. Wichtig dabei ist nur, dass ihr eine leichte Tour wählt die gut kennt und die leicht zu laufen ist.

Um mehr Eindrücke von dieser Tour zu bekommen, schaut euch mein oben eingebettetes Video an.
Viel Spaß dabei….

In diesem Sinne,
Frisch auf!

Euer Sascha

Visits: 2801

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.